Danke, mir geht’s gut

Und damit geht es mir wie den meisten Menschen, die BDSM betreiben – hat eine Studie herausgefunden.

Dabei kam keinesfalls heraus, dass Freunde von Fesselspielen psychisch gestört oder gar irgendwie »abartig« sind, ganz im Gegenteil: Sie erwiesen sich sogar als gesünder und insgesamt glücklicher als der übrige Teil der Bevölkerung, der sich im Bett auf eher moderatem Weg vergnügt. Auch die mentale Stabilität soll bei BDSM-Freunden größer sein und die Beziehungen erfüllender.

Vorzeigebeziehung

Über diesen Blogbeitrag bin ich auf diesen Artikel bei „jetzt“ gestoßen.

Es ist eine, wie ich finde, sehr schön und gut geschriebene Geschichte über eine Beziehung, die nicht als „normal“ gilt. Zwischen zwei Menschen, von denen eine die Sklavin des anderen ist. Und zwar immer, rund um die Uhr. Oder 24/7, wie das auch heißt.

Wobei in dem Text sehr schön heraus kommt, dass 24/7 eben gerade nicht immer und in jeder Situation bedeutet. Es beschreibt eher die Möglichkeit als die harte Realität.

Der Text ist sehr einfühlsam, neugierig.

Cocos Geschichte ist wie eine lange Reihe von Fragen: Wie kann das sein? Kannst du dir vorstellen, der Besitz eines anderen Menschen zu sein, wie ein Sklave? Tun zu müssen, was dein Besitzer verlangt? Weil es dich glücklich macht? Kann Unterwerfung glücklich machen? Darf sie das? Und wer bestimmt eigentlich, was sein darf?

Das einzige, was man vielleicht kritisieren kann, ist das wieder ein mögliches Klischee bedient wird, Frau = sub/devot, Mann = dominant. 
Ich könnte jetzt noch viel schreiben, aber am besten ist es vermutlich, einfach den Text zu lesen. Es ist einer der Texte, den man auch Partnern oder Familienmitgliedern „mal zum Lesen“ geben kann.

Arsch

Es gibt angeblich einen neuen Trend, sein entblößtes Gesäß in hübscher Landschaft zu fotografieren und online zu teilen.

Ich finde die Ergebnisse teilweise ja durchaus ästhetisch. Ich kann leider nicht mitmachen. Nicht nur dass ich glaube, da nicht mithalten zu können. Ich habe gerade auch blaue Flecken.

Anmerkung: Ich habe die Worte auf Anweisung der Dame meines Herzens durchgestrichen, die diesen Beitrag peinlich findet und ausdrücklich missbilligt.

Kleider machen Leute

Mal wieder einen schönen Beitrag bei femdom101 gelesen. Es geht um das interessante Thema, was man(n) so drunter trägt.

Yesterday I surprised John with a special little gift that was over due. I took him shopping for  panties at the plus size store. This is embarrassing for him but he still treasurers the excitement that comes along with the experience. (…)

I believe many women would be surprised by the number of men who secretly wear women’s underwear under their clothing. Once a gentlemen told me it is about how it makes him feel to wear panties. It helps bring our the softer, more submissive side of his personality he told me. He didn’t understand it, but it somehow relaxes him to wear pretty lacy things under his male clothing.

Ich kann das gut nachvollziehen. Natürlich hat das, was ich anziehen muss oder darf direkte Auswirkungen darauf, wie ich mich fühle. Dabei spielt es keine Rolle, ob andere das überhaupt wahrnehmen oder nicht.

Bei mir sind es jetzt wenig er feinste Dessous, die meine Fantasie anregen (wobei vor allem getragene Sachen noch einmal tragen zu müssen durnchaus einen Reiz haben könnte), sondern Damenstrumpfhosen. Blickdicht. Das Gefühl, sie anzuhaben, macht mich bereits doppelt so devot. Und sie sind auch noch so herrlich unpraktisch, gerne auch mal unbequem, etwa wenn es warm wird, und auch wirklich lästig anzuziehen. Und dennoch fühlen sie sich so erotisch und zugleich so „falsch“ an („wenn die wüssten, was ich drunter anhab…“).

Also, werte Damen, Kleider machen wirklich Leute.

Nein

Ich finde ja kleine Szenen aus dem Alltag sehr schön, in denen echte Menschen das Machtgefälle in ihren Beziehungen beschreiben.

Etwa hier, wo der Autor beschreibt, wie er in der Nacht Schwierigkeiten hatte, weil er ständig das Gefühl hatte, auf die Toilette zu müssen. Und nach endlosen Versuchen seine Frau neben ihm im Bett wach wurde und er den Wunsch äußerte, vielleicht auf anderem Weg Linderung zu suchen:

So in the middle of the night my wife wakes and asks if I’m OK.  I explain the pain and that Ive been to the toilet about 10 times and it feels like the previous infection thing.  I ask if I could masturbate to push any urine back out the tube.

She said „No“

Normally she has a resonse like what do you think you should do and I find that frustrating.  Here she was very definate.  

She said if it’s infection then it’s already set in and mastubation isn’t going to do anything.  See the doctor in the morning.

She rolled over and went back to sleep.

Nein und so ein kleines Wort. Und doch so mächtig.

The end of porn

Sex sells. Der alte Spruch stimmt offenbar nicht mehr. Kink.com hat angekündigt, keine Filme mehr zu produzieren. Ein Unternehmen, das über viele Jahre recht hochwertige Produktionen rund um das Thema Bondage und SM mit all seinen Facetten veröffentlicht hat.

Ich bin so sozialisiert worden, dass Porno etwas schmutziges sind. Oder zumindest etwas, über das man nicht spricht. Und natürlich später dann, dass das überhaupt nicht in Ordnung ist, dass Frauen auf ihren Körper reduziert werden. Dass in meiner Fantasie und meinen Pornos der Körper der Frauen nur eine untergeordnete Rolle gespielt hat, das war da dann auch keine Hilfe.

Ich kann mich aber noch gut erinnern, welches Aha-Erlebnis die Clips  des anderen großen SM-Video-Produzenten Insex vor vielen, vielen Jahren bei mir ausgelöst haben. Clips, in einer Auflösung, die heute von jedem Low-End-Smartphone getoppt werden, die in einem antiquierten RealMedia-Format existieren und die dennoch ewig gebraucht haben, um über die ISDN-Leitung aus den USA auf den eigenen PC zu kommen.

Die Wünsche, die Begierden die man hatte bekamen plötzlich eine Materialisierung in Bildern. Offenbar gab es irgendwo Menschen, die ähnlich dachten und das in Szene setzten. Und Menschen, die ähnliche Fantasien hatten und das nicht abstoßend fanden, sondern ebenfalls erregend. Oder angesichts der Pixeligkeit zumindest: anregend. Clips, die zwar Kino sein wollten, aber eigentlich nur dadurch wirkten, dass sie das Kopfkino anturnten.

Und natürlich bin ich auch mit schuld am Ende von Kink.com. Es  reichte auch zuletzt ein Blick auf die ein- bis zwei minütigen kostenlosen Teaservideos, damit die Bilder im Kopf einen kleinen Schubs bekamen. Ein Abo für die Filme abschließen, soweit ging es dann doch nicht.

Trotzdem: Mit dem Ende von Kink.com gibt es jetzt ein bisschen weniger Porno für die Fantasie im Netz.