Fressnapf

Also es gibt so ganz normale Worte, die hören oder lesen die meisten Menschen und denken sich nichts dabei. Und ein paar Wenige spüren dabei so ein Kribbeln. Ein solches Wort für mich ist

Fressnapf

Die Erinnerung daran, aus dem Napf zu essen fressen, lässt mir ebenso einen Schauer den Rücken hinunter laufen wie die Vorstellung von ihrer Stimme, wenn sie ankündigt „hier ist dein Fressen“.

Und mein erstes richtiges Halsband, das ich immer noch habe, stammt auch aus einem Geschäft für Tierbedarf, wenn auch nicht aus dieser großen Kette. Und ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich an der Kasse gedacht habe, jede und jeder müsse sehen, wofür der Lederstreifen denn künftig genutzt werden soll.

Schuh-Lover

Wenn im E-Mail-Postfach eine Mail mit diesem Betreff ist

und man kurz zuckt – und dann feststellt, dass es ja nur der Versuch der Absatzförderung durch ein Handelsunternehmen ist. Und gar nichts kinky daran ist.

Dabei hat es das Thema ja durchaus in den Mainstream geschafft. Also die Liebhaberei von Schuhen und Füßen. Und ich mag dieses Zitat sehr:

Woman A: Feet don’t turn me on at all, but I think it’s brilliant. I love the fact that something so innocuous can turn him on so easily … 

Über das Stehen

Es gibt Strafen, die kommen völlig ohne Schläge oder direkte Schmerzen aus. Es sind einfach ganz alltägliche Dinge, die plötzlich über die Dosis zu einer Qual werden. Stehen zum Beispiel. Wer es noch nie ausprobiert hat, der wird sich wundern, wie schmerzhaft es sein kann, einfach unbeweglich an einer Stelle stehen bleiben zu müssen.

Ich hatte gerade erst wieder das Vergnügen. Die Dame meines Herzens hatte Besuch im Haus und ich wurde für die Zeit im Zweit-Bad geparkt. Das heißt, ich musste mich, als die Gäste angekommen waren, dorthin begeben und mich spärlich bekleidet mit ein paar Seilen selbst stehend, mit leicht gespreizten Beinen, an die Handtuchhalter-Heizung fesseln, die Brust noch schön festzurren, damit man nicht in Versuchung kommt, rumzuzappeln. Die Augen verbinden. Und dann die Hände mit einer kurzen Kette vor der Brust gefesselt (nicht über den Kopf, das führt auf Dauer zu Blutstau und einschlafenden Gliedmaßen) und mit dem Halsband verbunden – fertig. Da steht man(n) dann so da.

Ich höre die Stimmen aus dem Wohnzimmer, gedämpft zwar, aber sie sind da. Natürlich besteht keine Gefahr, dass jemand plötzlich hereinplatzt. Aber dennoch ist es ein seltsames Gefühl hier so dazustehen und zu wissen, dass jemand Fremdes im Haus ist. Lachen zu hören. Reden. Während man selbst in der Dunkelheit angebunden ist, verschwunden. Keiner ahnt etwas davon. Aber wie peinlich wäre es, jetzt so gesehen zu werden…

Und dann kommt langsam der Schmerz. Die Fersen drücken, die Fußsohlen fühlen sich an, als ob man nicht 95, sondern 950 Kilo wiegen würde. Es wäre schön, wenn man jetzt etwas das Gewicht verlagern könnte. Kann man aber nicht. Und nebenan sind immer noch die Stimmen. Es gibt die schöne Formulierung, man habe die Zeit vergessen. Genau das trifft hier zu. Ich könnte nicht sagen, ob jetzt zehn Minuten vergangen sind oder 30 Minuten. Oder eine Stunde.

Und bevor jemand fragt: Nein, das ist überhaupt nicht langweilig. Also nicht für mich. Ich falle da langsam, ganz langsam in meinen ganz persönlichen Sub-Space.

Irgendwann hört man, wie die Gäste gehen. Es war zum Glück keine Party, eher ein kurzes Treffen. Und die Dame des Herzens kommt ins Bad. Ist mir plötzlich nahe. Ich höre ihre Belustigung über meine Position und das erregt mich gleich noch mehr. Ich höre nur, wie sie den Ort, auf dem ich mich befinde, genau dafür benutzt. Ich kann nur da stehen und warten. Und dann geht sie wieder. Und schaut etwas im Fernsehen. Trinkt einen Wein. Ich stelle mir vor, wie sich mich berührt, wie ich sie berühre. Aber ich kann nur hier stehen. Und meine Füße spüren. Und das langsame Ziehen in meinen Unterschenkeln und mich dabei fragen, ob das wohl einen Muskelkater gibt.

Nein, man muss nicht schlagen, um Schmerzen zu verursachen. Manchmal reicht auch stehen.