xmas – eine kleine Geschichte

Den Leserinnen und Lesern dieses kleinen Blogs möchte ich ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Start ins Jahr 2017 wünschen. Zum Verkürzen der Zeit bis das Christkind kommt, hier eine kleine, schon etwas ältere Geschichte:

xmas

„Und, was hat Dir der Weihnachtsmann gebracht?“ Oh, wie er diese Kantinengespräche hasste. Dieses feiertagsgeschwängerte „Mein Auto, meine Villa, meine Yacht“, bei dem die Frage nur dazu diente, entweder mit den eigenen Präsenten zu protzen oder damit anzugeben, was man seiner Liebsten Teures unter dem Christbaum gelegt hatte.

„Oder war es eher ein Christkind, in roten Strapsen?“ Unterdrücktes Glucksen am Tisch. Was wäre jetzt wohl los, wenn er sagen würde, dass der einzige, der bei ihnen rote Strapse und rote Netzstrümpfe trägt, er selbst ist. Vermutlich würde der fette Meier da drüben an seinem Schnitzelstück ersticken. Und die anderen? Denen würde es vermutlich erstmal die Sprache verschlagen. Und dann hätten sie das ganze nächste Jahr ein Thema, um sich die Mäuler zu zerreißen.

Er hätte nicht übel Lust, es einmal auszuprobieren. Aber, was soll’s, das wäre dann doch irgendwie dumm, sich provozieren zu lassen. Würde er lieber mitspielen. „Mein Christkind trägt nur schwarz“, sagte er deshalb betont desinteressiert, während er ein Stück Fleisch auf seine Gabel aufspießte. „Aber Strapse, ja, das passt.“

Das Lachen war jetzt dumpfer. Männersolidarität, dachte er. Ekelhaft. Man musste nur so über seine Frau oder seine Partnerin sprechen, schon gehörte man dazu. Wenn er jetzt nicht auf die erste Frage antworten würde, dann würde sich das Gespräch nur noch um das „geile Christkind“ drehen, ob er es gefickt hätte oder es ihm einen geblasen. Darauf hatte er nun wirklich keine Lust.

„Eine Bohrmaschine“, sagte er deshalb schnell. Oh je, oh je. Was für eine blöde Idee. Eine Bohrmaschine? Wie kam er nur darauf, so etwas Dummes zu erfinden.

Jetzt war das Lachen wieder ein Prusten. „Wie originell“, murmelte jemand. „Und, hast Du ihr einen Mixer gekauft?“ Wieder lachen. „Ich denke, Du bist beim Heimwerken so ungeschickt?“, fragte jetzt jemand. Er hatte sich da reinmanövriert, jetzt musste er da durch. „Vielleicht deshalb“, murmelte er und kaute weiter. „Damit ich übe.“

Das Sprachgewirr ließ er an sich vorbeiplätschern. Die guten Ratschläge. Die Zoten, was man mit einer Bohrmaschine noch machen könnte. Irgendwer schlug vor, man könne das Geschenk ja umtauschen.

Umtauschen! Was für eine schwachsinnige Idee. Jetzt musste er grinsen. Er stellte sich vor, wie er in den Laden gehen würde und sagen, dass er mit dem Geschenk nicht zufrieden sei. Und dass er… was eigentlich? Geld zurückhaben wolle? Das Produkt noch einmal in besserer Qualität erhalten? Eine reizvolle Idee.

Er nahm wahr, dass das Gespräch sich von seinem Geschenk entfernte. Zu langweilig. Jetzt ging es um die Reizwäsche, die der Bärtige aus der Buchhaltung seiner Frau gekauft haben wollte. Gut so. Er war jetzt wirklich zu abgelenkt.

Vielleicht sollte er erstmal ihr zu Hause erklären, dass er mit ihrem Geschenk nicht zufrieden gewesen sei. Er spürte, wie es eng wurde in seiner Hose. Er konnte sich vorstellen, wie sie die Augenbraue heben würde und ihn ansehen. Dieser Blick, bei dem es ihm heiß und kalt zugleich wurde. Es wurde jetzt ziemlich eng in seiner Hose. Er musste hier weg.

Er stand auf und nahm sein Tablett. „Sorry, muss los, hab‘ noch ein Telefonat“, murmelte er. Keiner nahm groß Notiz von ihm, es ging gerade um die Vor- und Nachteile von Vibratoren für die Angetraute unterm Weihnachtsbaum. Schnell ging er die paar Schritte zur Tablettrückgabe und eilte durch die große Glastür raus aus der Kantine. Zum Glück war die Herrentoilette sofort links.

Alles frei. Er wählte die erste Kabine und ließ die Hose runter. Sein harter Schwanz drückte sich ihm förmlich entgegen. Hektisch begann er, mit seiner rechten Hand auf und ab zu rutschen. Vielleicht sollte er ihr eine Mail schreiben und von dem Gespräch und seinen Überlegungen eines Umtausches berichten? Was würde sie darauf wohl antworten? Bestimmt etwas, was sein Glied noch mehr in Wallung versetzen würde. Und schon allein der Gedanke daran ließ ihn den Druck kaum mehr aushalten.

Er ließ sich auf den Toilettendeckel fallen. Der Schmerz durchzuckte ihn kurz, aber heftig. Er dachte an die roten Striemen, die seinen Po zerfurchten. Fünfhundert. Fünfhundert Schläge. Mit der Gerte, der Lederpatsche, dem Rohrstock. Es war ein langer Abend gewesen. Ein sehr schöner Weihnachtsabend. Und das vielleicht bisher schönste Geschenk seines Lebens.

Er stöhnte auf, als es soweit war. Er würde ihr alles genau erzählen. Es würde sie sicher amüsieren.

Er dachte an seine Kollegen und ihre Weihnachtsgeschichten. Sie konnten ihm leid tun.