Hungrig

Wie ich schon angekündigt habe, hat mich die Dame meines Herzens seit Montag auf Diät gesetzt. Das heißt ein mageres Frühstück und Abendessen und ein bescheidenes Mittagessen, vor allem aber nichts dazwischen, keine Süßigkeiten, Alkohol oder Softdrinks. Und es heißt, über einen Großteil des Tages so ein ganz leichtes Hungergefühl zu spüren (und es heißt Abnehmen, by the way).

Vor allem aber heißt es, dass ich mich der Dame meines Herzens sehr innig verbunden fühle. Es ist ein wenig wie mit der Keuschheit – ich trete ihr ein sehr persönliches Recht ab und mache die Befriedigung meiner Bedürfnisse von ihr abhängig. Ob ich esse, was ich esse, wie viel ich esse ist letztlich ihre Entscheidung, für mich ist alles, was sie entscheidet, ein Geschenk und ein Privileg. Und ich denke sehr oft am Tag an sie.

Ich wünsche mir, dass sie die Macht, die sie auf diese Weise hat, nutzt, um mich zu disziplinieren und mich zu einem noch besseren Diener zu machen. Und ich hoffe, dass sie sie auch ein klein bisschen dazu nutzt mir zu zeigen, was es heißt, machtlos zu sein, sie bewusst in andere Hände zu geben.

Ich habe für die zwei Wochen auf jeden Fall den Vorsatz gefasst, sie wie meine Königin zu behandeln. Ich bemühe mich, 24 Stunden am Tag ihr Leben leichter zu machen, ihre Wünsche zu erfüllen und freundlich, liebevoll und zuvorkommend zu sein. Und mir Aufbrauen oder böse Worte zu verkneifen.

Ich werde mich bemühen – und hoffe, dass sie mir zeigt, wenn und wie ich versage oder besser sein könnte. Und jetzt träume ich von einem Schokoriegel.

5 Gründe

Die Dame meines Herzens hat mich gefragt, warum ich in dessen Blog öffentlich schreibe. Unser Gespräch wurde dann unterbrochen, deshalb möchte ich hier öffentlich antworten. Mir fallen 5 Gründe ein:

1. Beim Aufschreiben muss man seine Gedanken ordnen und wird sich selbst über bestimmte Dinge klar. Zugleich sind die Niederschriften eine gute Erinnerung für einen selbst.

2. Ich habe in der Vergangenheit selbst viele Blogs gelesen und habe mich von den Autorinnen und Autoren inspirieren lassen. Ein kleines Bisschen hoffe ich, dass ich hier auch andere inspiriere.

3. Oder ihnen wenigstens zeigen kann, dass es Menschen gibt, die ähnlich denken und fühlen wie sie selbst. Und dass das sehr schön ist.

4. Beim Aufschreiben fällt es mir leichter, ehrlich und umfassend wahrhaftig zu sein als im direkten Gespräch, gerade wenn es doch um das eine oder andere geht, was mir ein bisschen peinlich ist. Hier kann ich der Dame meines Herzens Einblick in meine Gefühle geben.

5. Ich mag es, wenn die Dame meines Herzens mich demütigt und erniedrigt. In der Fantasie wäre das manchmal vor Publikum noch schöner – aber das kommt in der Realität nicht in Frage. Hier, virtuell, sind die verehrten Leserinnen und Leser das Publikum auf dem Marktplatz, das die Ereignisse vorne auf der Bühne am Pranger zumindest nachträglich verfolgt. Und gerne auch (hämisch) kommentiert. Mache Zurufe – “lass ihn Bücher halten“ – werden ja auch gerne aufgegriffen. Ja, das finde ich erregend.

52

Regelmäßige Leserinnen und Leser werden sich daran erinnern, dass ich noch eine Strafe für eine ziemlich üble Verfehlung offen hatte: das unerlaubte Anfassen. Donnerstagabend war es so weit.

Nachdem ich ein paar Vorbereitungen getroffen hatte, damit es die Dame meines Herzens gemütlich hat, schickte sie mich erstmal in die Küche Küche, um dort auf Händen und Knien mit viel zu kleinen Lappen den Boden auf Hochglanz zu bringen. Anstregend. Und ich kam ganz schön ins Schwitzen, traute mich aber auch nicht, aufzuhören oder langsam zu putzen. Nach einer gefühlten Ewigkeit erlöste sie mich schließlich, um mich zum persönlichen Säubern zu schicken.

Und dann…

Sie ließ mich stehen, die Oberarme angewinkelt, die Unterarme ausgestreckt, und dann kamen auf die Handflächen ein paar Bücher. Ich musste die Augen schließen und durfte die Dame meines Herzens nicht ansehen, während sie sich entspannte.

Das Halten der Bücher ging ganz einfach – ich sollte eine bestimmte, mir unbekannte Zeit durchhalten, ohne dass ein Buch runterfällt. Leichte Sache. Aber dann ließ sie mich immer abwechselnd ein Bein hochnehmen, Knie ganz nach oben. Bei diesem auf der stelle laufen fiel fast sofort ein Buch runter. 5 Minuten statt geplanter 30 Minuten geschafft – macht 25 Schläge.

Aber es sollte noch eine zweite Runde geben. Diesmal ein Buch mehr je Hand, gleiche Übung. Und nach 3 Minuten war Schluss. Macht 27 Schläge.

Die dritte und letzte Runde war ohne Laufen, aber dafür mit komplett ausgestreckten Armen. Oh, wie das weh tut. Oh, wie da die Arme zittern. Ich habe wirklich mein Bestes gegeben – aber ein Buch fiel. Ich weiß nicht, wie lange ich durchgehalten habe, aber die Dame meines Herzens war sehr enttäuscht (oder tat so) und hat mir erstmal etliche Schläge mit dem fiesen dünnen Rohrstock auf die Handflächen verpasst.

Und dann kamen die 52. Auf den Po. Schneidend, hart, schmerzhaft. Dazwischen ihre Hand auf den Striemen und zwischen meinen Beinen. Gegen Ende habe ich „Au, au, aua“ gejammert. Und dann musste ich an der Wand knien und über meine Fehler nachdenken. Und habe aus tiefstem Herzen versprochen, mich nie, nie wieder ohne Erlaubnis selbst zu berühren.

Ich habe eine verdiente Strafe bekommen. Ich liebe die Dame meines Herzens, alles an ihr – und ganz besonders auch ihre Strenge.

Vorne und hinten

Ich habe hier ja kürzlich über das Unpraktische an Keuschheitsschellen geschrieben. Was mich aber wirklich fasziniert sind Cockringe.
Einen solchen Ring als Schmuckstück zu tragen, womöglich mit einer passenden Gravur, finde ich sehr reizvoll. Ganz zu schweigen von dem Gefühl, dass mich dann ständig an sie erinnern würde.
Der Ring dürfte natürlich nicht zu eng sein, er soll ja keine Erektion verstärken, sondern vor allem schmücken.
Das Zweite, was mich fasziniert, sind Anal Plugs. Aus Metall. Wohlgeformt, dass man sie auch längere Zeit leidlich bequem tragen kann. Unauffällig. Im Alltag, unter der Kleidung.
Und nur zwei Menschen wissen davon – und er denkt sicherlich die ganze Zeit nur an sie.

Hunger Games – Teil 2

Vor Weihnachten hat mich die Dame meines Herzens schon mal zwei Wochen auf Diät gesetzt. Es war ein bisschen Strafe und Disziplinierung – leichter Hunger macht gefügig – und ein bisschen Hilfe zum Abnehmen. Denn vom Idealgewicht bin ich doch ein Stück entfernt.
Binnen zwei Wochen habe ich vier Kilo abgenommen – und danach auch nicht wieder zugenommen.
Leider wird mein Gewicht aber auch nicht weniger.
Ab dem 24. Februar hat die Dame meines Herzens mich erneut für zwei Wochen auf Diät gesetzt. Und “besondere Härte“ angekündigt – ohne zu verraten, was mich erwartet. Ich bin sehr gespannt.

Neu, neuer, am neuesten

Ich hatte mit der Dame meines Herzens ein Gespräch, bei dem es auch darum ging, ob man sich in der Dom-Sub-Beziehung ständig etwas Neues ausdenken muss.

Ich meine: Nein.

Natürlich sind manche neuen Sachen toll – etwa wenn man mit einem Glöckchen an einer bestimmten Stelle zum Einkaufen geschickt wird oder wenn man zum ersten Mal ein sehr spezielles Getränk kosten darf. Aber der Wunsch, der dabei entsteht, ist ja nicht, was denkt sie sich beim nächsten Mal aus?, sondern: nochmal, bitte nochmal.

Ohnehin sind Subs viel pflegeleichter als Dom vielleicht manchmal denkt. Ein strenger Blick, ein ausgestreckter Zeigefinger – und er kniet dankbar zu ihren Füßen. Die Hände auf den Rücken gefesselt, eine Augenbinde und/oder ein Knebel (ein Höschen? ;-)) im Mund – und er ist im siebten Himmel. Und wartet selig verliebt, bis sie mit allem, was sie tun will, fertig ist. Mit dem Lesen eines guten Buches, einem ausführlichen Telefonat oder mit ihrer Email-Korrespondenz.

Nein, ganz ehrlich, Subs sind doch Traditionalisten (oder Traditionalistinnen). Mit den Klassikern sind sie leicht in den Griff zu bekommen. Und glücklich dabei.

 

Seine Neue Welt: 6. Kapitel

Der Wetterbericht hatte eine bewölkte Nacht mit vereinzelten Schauern angekündigt. Ausnahmsweise hatten die Meteorologen einmal Recht behalten. Die Straßenlaternen warfen nur ein fahles Licht auf den großen Platz, der zu dieser späten Stunde völlig verlassen da lag. Auf den Straßen fuhr nur hin und wieder ein einsames Taxi vorbei. Ein zufälliger Spaziergänger, der vielleicht noch mit seinem Hund eine Runde um den Block gedreht hätte, hätte die einzelne Gestalt kaum bemerkt.

Eng an die Hauswände gedrückt huschte der dunkle Schatten auf das majestätische Gebäude zu. Rechts neben der großen Eingangstür erstreckte sich eine vielleicht fünf Meter hohe, graue Betonwand. Auf ihr waren schwarze, fast mannshohe Buchstaben aus Metall befestigt die ein einziges Wort bildeten: „Frauenmacht.“ Ein Schriftzug, der zusammen mit dem Gebäude in den vergangenen Wochen häufiger im Fernsehen zu sehen gewesen war. Die Parteizentrale der „Demokratischen Frauenmacht“ war eine wichtige Adresse, seitdem die Partei die Bundeskanzlerin stellte. Die Gestalt, die schwarze Hosen und eine schwarze Jacke mit Kapuze trug, war nun an ihrem Ziel angekommen. Sie stand direkt unter dem großen „T“ und wühlte in einem kleinen Rucksack, den sie gerade abgenommen hatte. Die Stille wurde durch ein leises Zischen gestört.

Für die Person, die da einsam an der Wand Buchstabe um Buchstabe an den Beton aufsprühte, klang es so laut wie das Pfeifen einer Dampflokomotive. Doch das lag vor allem an der Nervosität, denn niemand, der in einigen Metern Entfernung vorbei gegangen wäre, hätte das Geräusch noch wahrgenommen.

Wäre die Gestalt nicht gerade dabei gewesen, in dem Rucksack nach einer weiteren Spraydose zu wühlen, hätte sie die beiden uniformierten Frauen wohl rechtzeitig gesehen, die gerade um die Straßenecke bogen um auf dem Platz vor der Parteizentrale nach dem Rechten zu sehen. So bemerkte der einsame Sprayer sie jedoch erst, als der Strahl ihrer Taschenlampe auf ihn fiel. Erschrocken drehte er sich um und sah direkt in den hellen Lichtschein. Noch bevor der Ruf „Polizei, stehen bleiben“ verklungen war, geschah dreierlei. Erstens fiel die leere Spraydose mit einem lauten Scheppern auf den Boden. Zweitens blinzelte der ertappte Täter mit den Augen, weil er durch den hellen Lichtschein geblendet war. Und drittens drehte er sich auf dem Absatz um und begann zu rennen.

Hinter sich hörte die vermummte Person einen weiteren Ruf: „Stopp! Sofort Stopp!“ Doch sie dachte gar nicht daran, stehen zu bleiben, sondern versuchte noch etwas schneller zu laufen. Hinter sich hörte sie nun ebenfalls das Klacken von schnellen Schritten auf dem Asphalt. Doch der Flüchtende hatte einen leichten Vorsprung gehabt und außerdem war er deutlich schneller als seine Verfolgerinnen. Als er von der Hauptstraße in die erste Seitenstraße abbog, hatte er schon einem komfortablen Abstand herausgelaufen. Er nahm eine weitere Abzweigung – dann sah er die offene Hoftür. Die vermummte Gestalt hastete in den Hauseingang und schloss leise die große Tür. Schwer amtend lehnte sie sich mit dem Rücken von innen dagegen.

Hoffentlich funktionierte der Trick, hoffentlich hatten sie nichts gesehen. Sie hörte Schritte, die näher kamen. Immer näher. Sie hörte den schweren Atem zweier Personen. Und dann entfernten sich die Schritte wieder. In der Ferne waren Sirenen zu hören. Die Gestalt sah sich in den Hof um. Es war eine einzige leere, betonierte Fläche, auf der einige wenige Fahrräder und ein paar Mülltonnen herumstanden. An der einen Seite führte eine Treppe nach unten, offenbar zum Kellereingang. Vorsichtig, nach allen Seiten schauend, schlich sie über den Hof dorthin. Wenn nur die Tür offen wäre… Die Sirenen auf der Straße wurden lauter. Die Hand berührte die Klinke und drückte sie langsam nach unten. Die Tür gab nach. Sofort huschte der dunkle Schatten nach innen, dann schloss sich der Kellerzugang wieder.

An der Mauer, auf der mit großen Buchstaben „Frauenmacht“ stand, war inzwischen die Hölle los. Einsatzfahrzeuge der Polizei parkten auf dem Platz, Scheinwerfer wurden aufgebaut. Polizistinnen in weißen Schutzanzügen gingen vorsichtig herum und malten mit farbiger Kreide Kreise um vermeintliche Spuren, die andere Beamtinnen dann fotografierten. Die ersten Nachrichtenteams waren angekommen und bauten ihre Kameras auf. Auf der Mauer stand nun, neben der Originalinschrift, mit blauer Farbe gesprüht: „die Beine breit. Wir kriegen euch alle. Radikaler Männerwidersta.“ Der letzte Buchstabe war heller als die anderen und am Ende des „a“s fehlte ein Strich. Offenbar war hier die Farbe ausgegangen.