0.01 Uhr

Mal eine Frage an alle Experten und Expertinnen des internationalen Sklavenrechts – natürlich völlig hypothetisch:

Also wenn mann ein Verbot „bis morgen, dann sehen wir weiter“ bekommt, dann läuft das doch um 0 Uhr ab, von 0.01 Uhr an braucht man gar nicht fragen, oder?

Lektionen

Als Sub lernt man ja viel. Ich durfte gerade erst folgende Lektionen verinnerlichen:

1. Schuhe putzen ist eine gute Aufgabe für ihn. Dazu braucht man professionelles Werkzeug, aber den Lappen zur Vorreinigung hat man immer dabei.
2. Wenn für eine Aufgabe 20 Minuten vorgesehen sind und man 20 Sekunden überzieht, dann spürt das der eigene Po genau 20 mal.
3. Nicht jedes Geschenk wird angenommen und die Regeln macht sie, nicht er. Bis übermorgen darf er sich nicht berühren, dann wird weiter geschaut.
4. Er liebt es, wenn sie Sklave sagt. Sklave. Das passt zu ihm. Sklave. Daran könnte er sich gewöhnen.
5. Er liebt seine Dame des Herzens.

Normalität

Man kann SM ja ganz unterschiedlich interpretieren. Für manche ist es das reine Vorspiel. Wenn die Tür zum Schlafzimmer zugeht, werden die Rollen eingenommen. Und wenn sie wieder aufgehen ist alles „normal“. Das andere Extrem sind Menschen, die in diesen Rollen, die dann wohl gar keine Rollen mehr sind, 24 Stunden am Tag zu verharren versuchen, sieben Tage die Woche. Dom hat das Sagen – und zwar nicht nur auf, im oder vor dem Bett, und Sub ordnet sich unter.

Das sind zwei Extreme, und sicherlich gibt es da auch eine Menge dazwischen.
Ich bin glücklich, dass die Frau meines Lebens auch die Dame meines Herzens ist und wir uns nicht nur lieben und küssen, sondern sie mir auch gerne den Fuß in den Nacken stellt. Das alleine ist ein großes Glück, dass ein Mensch mit einer Neigung wie ich jemanden findet, mit dem er seinen Alltag teilen will, und der noch dazu diese Neigung teilt.

Wenn ich träume, dann ist mein SM etwas, was sich auch im Alltag wiederfindet, nicht nur im Vorspiel. Eine Liste von Aufgaben und Regeln, die immer gelten. Auf jeden Fall das Abtreten der sexuellen Selbstbestimmung an sie. Daneben die Übernahme lästiger Pflichten, die regelmäßig wiederkehren wie Betten machen oder Blumen gießen. Vielleicht auch die eine oder andere Aufgabe, die eine erotische Note hat, wie ihr das Badewasser vorzubereiten oder – zumindest wenn man alleine ist -, beim Schuhe ausziehen zu helfen. Aber auch grundsätzliche Verhaltensregeln, wie die Auflage, die Dame des Herzens immer und unter allen Umständen respektvoll zu behandeln. Das bedeutet nicht, dass die Entscheidung darüber, wo der nächste Urlaub verbracht wird oder welche Spülmaschine angeschaftt wird, nicht mehr gleichberechtigt gefällt wird, sondern dass es in bestimmten, ausgehandelten Bereichen, die über Sex hinausgehen, eine bewusste Ungleichbehandlung gibt.

Eine Ungleichbehandlung, die bei einigen Dingen auch von ihr eingefordert werden kann, so lange es kein Veto gibt. Wenn zum Beispiel eine Packung Mehl im Flur fallengelassen wird und darunter auch die Schuhe standen, ja, dann kann sie ihm die Schuhe am Abend hinstellen und er wird seine Zunge einsetzen, während sie sich angenehmeren Dingen widmet. Das lästige Saubermachen ist so geklärt – und es macht auch noch Spaß.
Sicher, es gibt auch Schatennseiten. So macht es ihm sicher nicht immer direkt Spaß, seine Aufgaben zu erledigen, mal ist man müde oder lustlos. Und sie muss sich darum kümmern zu kontrollieren, ob alles läuft wie gefordert, denn ohne Kontrolle verliert das Spiel seinen Reiz. Und gegebenenfalls auch strafen.

Ein Traum. Real ist der Wunsch nach Dienen, Demut und Dominanz.

image

Er schweige stille

Eine schöne Beschreibung, wie das Bemühen eines Sub in den Alltag passt, ohne dass sowas wie 24/7 rauskommt:

Yesterday we went shopping for those little felt pads you put on furniture feet so as not to scratch the floor. During our outing Her Majesty stopped at a neighborhood store to shop for some gold earrings. She found a pair she liked and was trying them on, expressing her enthusiasm to an attractive young sales girl behind the counter.

“What do you think of them?” asked the sales girl looking at me inquisitively.

“I told him he was forbidden to speak while I tried on jewelry.” said Her Majesty. She wasn’t kidding. She had told me exactly that before we entered the store.

“Well he’s being very good.” replied the salesgirl with a big smile. I confess I found that bit of subtle public humiliation delicious.

I have been on my best behavior lately and practicing obeying Her Majesty in all things whenever possible. As a result I have been on the computer a lot less and devoting more time to living in the real world. I have been giving my Queen my full attention and serving her with all the extra effort I can muster.

My efforts to be a good obedient slave have not gone unnoticed.  Her Majesty usually dominates me with her body and is apt to use more carrot than stick. Much to my delight I have been allowed more worship and orgasm privileges lately.

Schau mal, ohne Hände…

Für mich sind Strafen ein wichtiger Teil von SM. Dazu muss man sicher mal bei Gelegenheit mehr und ausführlich schreiben, aber wenn Sub Aufgaben hat und Regeln bekommt (was ich sehr schön finde, weil die so ausgestaltbar sind, dass die Dame des Herzens davon direkten persönlichen Nutzen hat, zumindest von einigen von ihnen), dann gehören Strafen eben dazu, wenn man was vergessen wird, schief läuft oder schlampig erledigt wird. Haben Fehler oder Versagen keine Konsequenz, dann nimmt das auf Dauer den Reiz von diesen Regel- und Aufgabenlisten.

Aber so Strafen sind ja nicht so einfach. Es soll ja wirklich etwas sein, was Sub keinen Spaß macht (zumindest nich zu viel). Sonst wäre es ja eine Belohnung und die Gefahr bestünde, dass Sachen bewusst schlecht gemacht werden, um in den Genuss der Konsequenzen zu kommen.

Etwas, was ich recht effektiv finde, sind Schreibaufgaben, wie etwa 100x einen bestimmten Satz „Ich werde nie wieder…“ aufzuschreiben. Handschriftlich natürlich. Kalt duschen ist auch ganz effektiv (eiskalt und ganz heiß im Wechsel auf bestimmten Körperpartien übrigens auch).

Aber in meiner Fantasie gibt es da noch ganz andere Möglichkeiten. Still in der Ecke stehen oder knien gehört zum Beispiel dazu.

Oder aber bestimmte Dinge zu entziehen, und zwar ganz selbstverständliche. Im Alltag einen oder mehrere Abende in Folge mit verbundenen Augen verbringen müssen etwa. Oder einen Knebel tragen (gut geeignet, falls es sich beim Vergehen um etwas Verbales handelt). Interessant wäre sicher auch, die Hände wegzunehmen. Klassisch fesseln, vorne oder auf dem Rücken – oder noch interessanter auf diese Weise mit diesen speziellen Handschuhen:

Image

 

Eine sehr spannende Vorstellung, wenn alles andere „ganz gewöhnlich“ bleibt. Plötzlich um Hilfe bitten zu müssen, wenn man etwas trinken will (zumindest um einen Strohhalm ;-)) oder wenn man auf die Toilette muss. Es würde sicher dabei helfen, die Rollenverteilung wieder im Kopf des Sub einzuprägen. Und dabei zu helfen, sich besser auf Aufgaben und Regeln zu konzentrieren.

Lieber etwas länger?

Passend zum Beitrag über die Freuden der Keuschheit heute dieses Bild gesehen.

Die Frage: Will Mann nach zwei Monaten Enthaltsamkeit endlich wieder richtig, oder wählt man den Weg, immer und immer wieder ohne Erlösung bis kurz vor den Höhepunkt getrieben zu werden – so lange, bis mann selbst um weitere zwei Monate bettelt?

Das klingt für manchen vermutlich absurd… aber ich würde mich wohl immer die qualvolle Variante entscheiden, wenn ich in die Situation käme.

Bitte, sag: Nein!

Kann man sich wünschen, etwas Schönes verboten zu bekommen?

Das klingt erstmal ziemlich absurd. Wer möchte schon gerne auf etwas Schönes verzichten? Und selbst wenn, warum muss man dann darauf warten, dass es ein Verbot gibt? Man kann es doch ganz einfach sein lassen.

Tja, nur ist das nicht dasselbe.

Denken wir mal an Schokolade. Leckere, schmackhafte, süße Schokolade, die auf der Zunge zergeht und so herrlich schmeckt. Klar kann man jetzt sagen: Ich esse jetzt keine Schokolade mehr. Aber macht das Spaß? Eher nicht so. Und so nach dem ersten oder zweiten Tag, denkt man dann nicht: Ach komm, was soll’s, wenigstens ein kleines Stück? Warum auch nicht? Und im besten Fall kauft man keine Schokolade mehr, sieht keine Schokolade mehr und vergisst das ganze Thema. Aber Lustgewinn? Keiner in Sicht.

Image

Ganz anders die Vorstellung, dass sie einem verbietet, bis auf Weiteres Schokolade zu essen. Jeder Tag des Verzichts wird mit einem Strich auf einem großen Blatt Papier, das man täglich anschauen muss, festgehalten. Man hat keine Ahnung, ob und wann man mal wieder davon kosten darf. Sie fragt einen regelmäßig, ob einem denn die Schokolade fehlt, ob es sich komisch anfühlt, dass man jetzt keine Schokolade mehr essen darf. Dass das doch das Erwachsensein ausmacht, jederzeit in jeden Laden gehen zu können und diese herrliche Süßigkeit zu kaufen und so viel davon zu essen, wie man will – nur, tja, man selbst könne das ja jetzt leider, leider nicht mehr.

Wenn man feststellt, dass plötzlich in der Wohnung häufiger Schokolade rumliegt. Dass sie immer dann Lust auf Schokolade bekommt und isst, wenn man dabei ist. Dass sie einen wie im Gedanken versunken fragt, ob man nicht auch ein Stück will – und dann, als fiele es ihr gerade ein, sagt, dass das ja gar nicht gehe. Dass sie einem mit einem Zwinkern ankündigt, mal eine Ausnahme zu machen, an der Schokolade riechen lässt, die Zunge ganz leicht darüber gleiten lässt, nur um dann das Stück lachend zurückzuziehen und einen in die Ecke zu schicken, um mal darüber nachzudenken, warum man selbst keine Schokolade bekomme. Sie aber natürlich schon.

Ja, so hat Verzicht einen Sinn. Man schenkt etwas her, was einem selbst gehört. Man übereignet einen Teil von sich, um seine Verbundenheit mit dem anderen zu dokumentieren, zu belegen. So schafft Verzicht Freude.

Wenn man jetzt nicht unbedingt auf Schokolade verzichtet, sondern darauf, sich selbst zu berühren, dann kommt noch dazu, dass man(n) aufmerksamer wird. Liebevoller. Sich noch enger verbunden fühlt.

Wenn es soweit ist, wird er es verfluchen. Aber er sehnt den Tag herbei, wenn die Dame seines Herzens wieder ein Verbot ausspricht.

in festen händen

Guten Morgen, ich bin der Martin und ich bin in festen Händen.

Nein, das ist natürlich Quatsch. Zumindest zu zwei Dritteln.

Es ist nicht Morgen, sondern es ist Abend, sogar schon ein bisschen spät. Und ich heiße natürlich auch nicht Martin. Hier soll es mit in festen händen genug sein. Ich bin ein er und nicht mehr ganz jung.

Aber richtig ist: Ich bin in festen Händen. Und zwar nicht nur in der gemeinhin in der Redewendung verstandenen Bedeutung, sondern auch im wahren Sinn der Worte. Anders gesagt: Es gibt nicht nur eine Dame des Herzens, in die ich sehr verliebt bin, sondern diese hat – zumindest ab und an – auch einen festen Griff. Der mich führt, der mich zwingt, der mich zu Boden drückt. Und es gefällt mir.

Nennt man das submissiv? Devot? Masochistisch? Mir kommt es immer so vor, als ob von allem etwas stimmt und vielleicht doch nichts ganz.

Das hier ist mein Blog – das aus diesem Grund „in festen händen“ heißt. Und warum das Ganze überhaupt? Aus mehreren Gründen.

Zum einen lese ich seit vielen Jahren selbst sehr viele Blogs, vor allem englischsprachige, aber auch solche aus Deutschland. Ich habe dabei viel gelernt, viele Anregungen bekommen. Wer aber nehmen will, der sollte auch geben – denn auch ich mag kein Internet-Schmarotzertum. Nicht dass ich meine, so vieles Tolle zu wissen, aber vielleicht ist irgendwo der eine oder andere Gedanke dabei, der andere interessiert.

Zum anderen erhoffe ich mir auf dieser Plattform Austausch. In Form von Kommentaren – bitte, bitte – oder direkt per Mail an infestenhaenden[at]gmx.de. Zur Info: Die Dame meines Herzens kennt dieses Blog hier und liest hier womöglich mit, nach Lust und Laune. Ebenso bekommt sie die an mich adressierten Emails.

Und dann ist da vielleicht auch ein kleines bisschen Exhibitionismus dabei. Aber dazu ein anderes Mal mehr.

Was wird die geneigte Leserin und der geneigte Leser also künftig hier finden?

In der Rubrik „Nachgedacht“ gibt es persönliche Gedanken von mir. Unter „Ausgedacht“ werde ich die eine oder andere kleine Geschichte veröffentlichen. Bei „Gelesen und gesehen“ werde ich meine Meinung zu Büchern und Filmen zum Thema zum Besten geben. Als „Blogempfehlung“ gibt es Hinweise auf eben jene Blogs, die ich schon lange und mit großem Vergnügen lese, immer mit einer kurzen Vorstellung. Und die Rubrik „SM im Alltag“ speist sich aus den Kleinigkeiten, die einem im Alltag so begegnen, die mit der Brille eines SM-Interessierten aber so ganz anders wirken.

Ich werde mich bemühen, hier regelmäßig zu schreiben. Und bin auf (künftiges) Feedback gespannt.