Ein Monster

Der Tweet bringt es für mich in der Twitter üblichen Länge schon gut auf den Punkt: Es ist da, man kann sich nicht einfach ändern oder sich halt „ein anderes Hobby“ suchen.

Wenn man nicht von innen aufgefressen werden will, wie es hier sehr plastisch heißt, muss man es auf die eine oder andere Weise rauslassen.

Level 2 beim Anal-Plug

Im Radio drehte sich am Sonntag alles um das Thema Schlaf – auch um den „Beischlaf“ und wie Corona Einfluss auf unsere Sexualität nimmt.

Hier nachzuhören ab Minute 4:50.

Wenig überraschend, dass der Umsatz mit Pornos massiv anzieht (wie soll man das sonst überstehen?) und auch mehr Sextoys verkauft werden – für zu zweit und für alleine.

Aber können wir uns darauf einigen, dass diese Pandemie vorbei ist, wenn ich den größten der drei Anal-Plugs gemeistert habe? Ich stecke noch in Level 2, aber das packe ich mit der Motivation bestimmt und schneller als ein Impfstoff.

Du weißt, dass…

Du irgendwo in Dir drin ein sub bist, wenn Du an einem normalen Tag nach der Dame deines Herzens in die Badewanne gehst und Dir denkst, eigentlich hätte sie das Wasser doch einfach drinlassen können. Aus ökologischen, aber auch aus Statusgründen.

Und wenn Du beim Aufräumen der Küche ihre Reste vom Frühstück siehst und denkst, da hätte sie ja auch einen Zettel „Dein Mittagessen“ dranmachen können.

Leider kein Lebensentwurf

Friedrich Merz hat ein Problem mit Homosexualität. Oder auch nicht, wie er felsenfest behauptet. Ist mir am dieser Stelle egal, denn mir geht es um einen Punkt, den Kevin Kühnert auf Twitter in der Debatte macht:

Ich glaube, was Kevin Kühnert über Homosexualität schreibt trifft auf – zumindest mein – SM auch zu.

Ich habe mich nicht irgendwann entschieden, dass es mich sexuell erregt, gefesselt, gequält und unterworfen zu werden. Dass ich gerne diene und gedemütigt werde. Dass ich es brauche, sexuell keusch gehalten und über meine Lust und Orgasmen verfügt wird. Und noch ein paar Dinge mehr.

Ich war so. Und ich bin so. Ich bin diese Person, nicht nur im Schlafzimmer. Das ist Teil meines Alltages, wenn auch nicht ausgelebt, so doch immer in meinem Kopf.

Wenn ich es ändern könnte, wenn es ein Lebensentwurf wäre, ich würde oft lieber heute als morgen diesen Teil von mir ablegen. Ich wäre dann vermutlich nicht mehr der selbe Mensch, aber vielleicht weniger verletzlich und weniger verletzt.

Aber das geht nicht. Es ist, wie Kevin Kühnert schreibt, auch für mich so: Get over it.

Sissyfication verstehen

Ich habe heute einen sehr ausführlichen Beitrag im „Darkside“-Magazin über eine Form des BDSM-Rollenspiels gelesen, den ich sehr gut fand, auch wenn ich die Überschrift erstmal etwas verstörend fand: „Bimbofication: A Deep Level of Roleplay“.

Ich muss gestehen, dass ich den Begriff „Bimbofication“ noch nie gehört habe und ihn zunächst mal ziemlich merkwürdig fand, da für mich rassistisch klingend. Ich hab dann nach Lektüre des Textes verstanden, dass er für etwas Ähnliches wie Sissyfication steht, also für einen Mann, der eine relativ bestimmte Form von Frauenkleidern trägt bzw. „gezwungen wird“ zu tragen. Etwa ein Dienstmädchen-Outfit oder Kleidung, die vor allem auf sexuelle Erregung zielt. Ich habe dann „Bimbofication“ gegoogelt und gelernt, dass es sich um einen Slang-Begriff handelt, der schon ein paar Jahre alt ist. Ok, verstanden, wird aber trotzdem nicht in meinen Sprachgebrauch überwechseln.

Aber eigentlich ging es ja um den Text, der versucht mit ein paar Vorurteilen rund um – ich bleibe jetzt bei dem Wort – Sissyfication aufzuräumen. Vor allem damit, dass es nichts damit zu tun hat, dass ein Mann das Gefühl hat, im falschen Körper zu stecken und eher eine Frau zu sein, sondern dass es sich um eine besondere Form des Rollenspiels handelt.

A sissy will be sexually aroused by the thought of dressing as a woman. As I’m sure you would have seen, sissies tend to take on a type of stereotype such as a maid, whore or bimbo. The rationale is because they have at some point been aroused by such figures. The sexual desire has evolved into a curiosity and pursuit to experience from the perspective of the sexualised stereotype. (…) Just as when they dress as an erotic stereotype and even carry out homosexual acts, it’s all roleplay. A very advanced level of roleplay as they will almost always revert back to their original male form. Another common aspect of sissification roleplay is forced feminisation. Whereby the evil bitch dominatrix has somehow enslaved the submissive as her toy, usually with the use of blackmail. The dominatrix then strips the submissive of his rights and identity by turning him into a sissy, teaching him how to think, feel and act in an exaggerated feminine way. Again, this is another deeper level of role play. It’s all part of the act and the game for the submissive to resist and say no. To pretend that they’re horrified about wearing ladies’ panties and sucking a dick all the while they’re obviously very aroused by the act and in total sissy heaven.

Ich muss gestehen, mich erregt das sehr und vermutlich ist das durchaus einer der Kinks, die in meinem Kopf leben. Es ist einer von denen, mit denen die Dame meines Herzens wenig bis gar nichts anfangen kann. Ich hatte mal ein recht billiges Dienstmädchen-Outfit, aber das ist im Keller verschwunden, da nicht gewünscht. Ab und zu durfte ich einmal unter der „normalen“ Kleidung eines ihrer hübschen Spitzenhöschen tragen, und das fand ich immer sehr aufregend. Es ist halt etwas, was ein Mann nicht macht. Und etwas, was niemand anderes sehen kann, ein kleines schmutziges (und ein bisschen peinliches) Geheimnis zwischen ihr und mir. Und ich habe ein Faible für Strumpfhosen und auch für halterlose Strümpfe – sowohl an meinem Gegenüber als auch an mir selbst.

Aber dass man einen Kink nicht wirklich auslebt, weil es halt nicht passt, ändert ja nichts daran, dass man ihn gerne verstehen möchte. Und dafür fand ich den Text sehr gut. Vor allem dieser Widerspruch zwischen „dazu gezwungen werden wollen“ und es eigentlich ja ganz erregend zu finden, was den „Zwang“ ja irgendwie ad absudrum führt, fand ich immer irgendwie schwierig. Aber vielleicht ist das auch einfach so bei Rollenspielen, ob sie ein paar Stunden dauern oder auch ein paar Tage oder Wochen, dass nicht alles darin wirklich logisch und erklärbar ist. Hauptsache ist doch, es ist lustvoll und macht Spaß.

Kontrollverlust

Ich habe heute einen Blogbeitrag und die Kommentare gelesen, der mich an ganz verschiedenen Stellen getriggert hat.

However, what has made the most major impact to O/our D/s, FLR has been a new camera monitor that is connected to Mistress Serena phone. In the three days since purchase, Mistress Serena has controlled me remotely from various locations, including when out on Her daily runs. She has embraced this development more than anything that has gone before, and finds it both arousing and a power rush. In turn, i am now “on duty” for longer periods and attentive at all times. (…) Mistress told me that while she was away, she looked at the monitor four times. Twice during my line writing, twice early on during my kneeling tedium. She didn’t check thereafter, and my tasks for the following day where sent by text.

Ich finde die Vorstellung, auf diese Weise überwacht zu werden, wirklich erregend. Wenn sie ausgeht und sagt, Du erledigst dies, das und dann stehst Du auf diese oder jene Weise in der und der Kleidung in der Ecke und wartest auf mich – unter normalen Umständen kann man sich das Leben da ein wenig einfach machen. Mal kurz die anstregende Position wechseln oder kurz auf Toilette gehen, wie groß ist die Chance schon, dass sie genau dann zurückkommt? Aber wenn man überhaupt nicht weiß, wann sie vielleicht einen Blick auf ihr Smartphone wirft und schaut, was man zu Hause macht? Oder wer vielleicht da noch einen Blick darauf wirft? Nicht dass sie das tun würde, aber alleine die Vorstellung „ich musste nur mal schnell schauen, ob zu Hause alles ok ist, aber es sieht gut aus…“

My wife used boredom punishments (tied to the bed with eye mask, ball gag and white noise or irritating things like the Peppa Pig Chrismas song on a loop through headphones.) My wife will then watch a box set, read a magazine etc. Despite everything I have ability to “zone out” and let the punishment pass without too much bother.

Das ist auch eine Fantasie, die mich schon lange begleitet. Anders als irgendwo unbequem warten und knien zu müssen, ist man ja bei einem solchen „boredom punishment“ die Position ja erstmal nicht unbequem, man ist nur völlig unbeweglich und komplett von der Außenwelt abgeschnitten. Und so etwas wird schnell sehr unangenehm, weil man sich der Situation und der Langeweile und dem damit einhergehenden Gedanken nicht entziehen kann.

My wife however changed tack. I had everything applied as usual, but no earphones. Instead, my wife had found an old, cheap but quite large lounge table style clock. To this, she had stuck cardboard over the face so I had no idea of the time. However, it being an old clock it produced the most loud, annoying and intensely penetrating “tick-tock.” This meant I was painfully aware of the passing of time but had no idea of how much time. It was like a needle into my soul! I could also hear my wife watching tv, getting a drink very faintly in the background to remind me of her freedom compared to my torture. It sounds so strange but it was truly awful to endure!

Und das ist etwas, was mir tatsächlich noch nie in den Sinn gekommen ist, aber die Idee, die in absoluter Ödnis verlaufende Zeit nicht nur hören zu müssen, sondern so auch fast schon physisch zu spüren, klingt extrem gemein.

A sub told me about his wife, I found to be wonderfully cruel. When he was in sensory deprivation bondage, she used to play a loop recording of her asking three questions, with appropriate gaps in between each question. He had to answer each question out loud with an answer she would be perfectly happy with. The questions were something like. ……. Should you be denied sexual release and be cuckolded often? …………………………………. Should I punish you harshly often, just because I can………………………………………………………. Should you suffer this deprivation torment for hours every week?
He would have to answer out loud. ‘I should be denied sexual release and be cuckolded often Mistress.’ ‘I should be punished harshly often, just because you can Mistress.’ ‘I should suffer this deprivation torment for hours every week Mistress.’

His Mistress would pop in on him on a random time basis and if he had stopped answering, she would coat his cock with Linnex. He found this repetitive question answering to be a truly distressing ordeal, that was impossible to zone out of. I imagine it was a distressing ordeal.

Das klingt wirklich nach einer echten Tortur. Ich finde es ja grundsätzlich schwer, solche demütigende Dinge, die ich mir wünsche, laut auszusprechen. Aber das immer und immer wieder machen zu müssen, sich darauf konzentrieren zu müssen, die Gedanken nicht abschweifen lassen zu können – das macht mit Sicherheit sehr, sehr klein.

Suck my…

Wenn man einen Tweet liest und das Kopfkino beginnt…

Also ich kann sagen, dass es für mich eine durchaus erregende Vorstellung ist, ein (getragenes) Höschen über Gesicht und Nase zu tragen oder im Mund zu haben. Aber das so ins Gesicht geschleudert zu bekommen hat natürlich auch etwas Demütigendes. Wobei das ja auch wieder Erregend sein kann.

Guten Appetit!

Manchmal sind es totale Alltagsdinge, die bei mir einen Kink triggern. Zum Beispiel heute. Da sind in unserem Kühlschrank auf eine Art und Weise, die jetzt nichts zur Sache tut, drei Becher Wackelpudding aufgetaucht. Kommt anderswo wahrscheinlich häufiger vor, aber bei uns wird Wackelpudding verabscheut. Meine persönliche Meinung: E-kel-haft.

Und seitdem denke ich daran, gefesselt auf einem Stuhl zu sitzen und Löffel um Löffel von der Dame meines Herzens mit dem Zeug gefüttert zu werden. Die sich darüber lustig macht und die Vorzüge dieses verabscheuungswürdigen Nachtisches preist, während ich mit dem Ekel kämpfe, aber gehorchen muss und auch gehorchen will.

Ja, das ist vermutlich für außenstehende Menschen schwer vorstellbar, wie man auf solche Gedanken kommt. 🤷🏻‍♂️