Microgeschichte (21: Nippel)

Play. 49 Minuten 18 Sekunden dauerte die Folge. Er hatte Lust gehabt auf etwas SM. Sie auf einen Netflix-Abend. Ihr Kopf in seinem Schoß, ihre Hand auf seinem nackten Oberkörper. Die Finger spielen schmerzhaft mit den Klammern an den Nippeln. Ihr Kompromiss dauert noch 49:11.

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Microgeschichte (20: Blind)

Dunkelheit. Das Tuch um seinen Kopf hatte ihn blind gemacht. Aber er konnte alles in der Wohnung hören. Reden. Lachen. Klirren von Geschirr. Schritte auf dem Flur. Niemand sah den nackten Mann, der seit Stunden breitbeinig mit erhobenen Armen in der Kammer an der Wand stand.

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Microgeschichte (19: Kratzen)

Er auf dem Bett. Verschnürt. Geknebelt. Den Kopf unter der Maske. Darüber die Bluetooth-Kopfhörer. Sie stellte Endlosschleife ein und drückte Play. Er krümmte sich. 6 Stunden zuvor. Sie drückte „Record“, zögerte und ließ dann das Stück Kreide kreischend über die Tafel kratzen.

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Microgeschichte (18: Hände)

Er betrachtete seine ausgestreckten Hände. Klavierspielerfinger, hieß es früher. Er beherrschte kein Instrument. Aber er liebte es, auf ihrer Haut zu spielen. Und in ihrer feuchten Wärme. Der Lederriemen fuhr herab. Seine Augen tränten. „83.“ Seine Buße war noch nicht getan.

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Microgeschichte (17: Leder)

Verschwitzte Körper. Der Duft ihrer stundenlangen Lust. Er kniete vor ihr, den Kopf gebeugt. Sie öffnete den Verschluss. „Vergiss nie, manchmal ist es wie jetzt aus Leder. Meistens ist es einfach unsichtbar. Aber Du trägst es immer, mein Halsband.“

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P.S.
Ich freue mich immer sehr über Kommentare im Blog zu Posts. Man schreibt sonst so in eine Leere hinein und sieht nur an den unpersönlichen Statistiken, was so gelesen wird.

Microgeschichte (16: Spiegel)

Er verrenkte sich vor dem Badspiegel. Wenn er sich so drehte und das Handy über die Schulter… „Was tust Du da?“ Sie stand plötzlich im Raum. Erst verwirrt. Dann lächelnd. „Komm, ich helfe Dir.“ Sein Kopf war so rot wie die Striemen auf seinem Po, die sie nun fotografierte.

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Keine Strafe, sondern Demütigung

Manchmal liest man einen Text von jemand anderem und denkt sich: stimmt, genau so ist es. Das hätte man ja auch mal selbst so zusammenfassen können. Mir ging es heute bei der Lektüre dieses Blogbeitrages von shae so.

Aber vielleicht mal vorne angefangen: Zu meinem SM gehört geschlagen werden irgendwie dazu. Mit dem Paddle, mit dem Rohrstock, mit der Hand (gerne auch als Ohrfeige). Das ist dann „eine Strafe“. Aber kann das, was im Englischen gerne „corporal punishment“ genannt wird, eigentlich eine Strafe sein, wenn ich doch irgendwie Schläge „mag“. Bzw. ich mag keine Schläge, im Gegenteil: sie tun mir weh und ich mag den Schmerz als solchen nicht. Aber ich mag, geschlagen zu werden, das Gefühl, dass mir Schmerz zugefügt wird. Und deshalb fällt es wohl auf eine Art diese Kategorie, dass es kein „punishment“ sein kann, wie shae schreibt:

“True punishment,” he says, “has to be based on an aversion a submissive has — if she enjoys being whipped, then it won’t work as a deterrent to an unwanted behavior.” Master M, I am convinced, could have been a teacher in another life. He often speaks in logic and definitions. “Whippings can be useful as a punishment if the girl hates the experience, but generally a submissive likes it in some way, and so corporal treatments are not real punishment.”

https://slaveshae.wordpress.com/2021/10/15/on-mckenna-time-2/


Sehen wir mal darüber hinweg, dass hier nur von „girl“ gesprochen wird, ich fühle mich da komplett mitgemeint. Eine „echte Strafe“ wäre dann zum Beispiel, 120 Minuten in der Kammer im Dunkeln stehen zu müssen, während das Fußballspiel ohne mich stattfindet. Oder 100 mal einen Satz auf ein Blatt Papier schreiben zu müssen.

Aber was ist dann geschlagen zu werden? Es ist ja jetzt auch keine Belohnung, nichts, was ich wirklich „genieße“. Nun, shae führt den Begriff „corporal humiliation“ ein. Und ich finde diese Definition wirklich sehr schön:

“I prefer the term ‘corporal humiliation,’ he says. “Which is the same act of hitting your flesh, but for different purposes.”

“And what are those purposes?”

“Your humiliation and my pleasure.”

But the deeper shame lies in my allowing him to hit me. The cables holding up my wrists are not restraints, actually. They are simply to pull my hands out of the way. I am not “in capture.” Any onlooker could figure out that I am able to stretch the cables together so to undo my wrist cuffs. I could get away. I could walk out of the house. But I don’t. I stay. I submit. I give my body to the ignominy of being flogged by a man — which becomes my humiliation.

https://slaveshae.wordpress.com/2021/10/15/on-mckenna-time-2/


Ich werde künftig weniger an eine „Strafe mit dem Rohrstock“ denken als an eine „Demütigung mit dem Rohrstock“. Oder dem Paddle. Oder durch die Ohrfeige.

Auch wenn das aktuell alles nur theoretische Überlegungen sind, da mein SM nur in meinem Kopf stattfindet. Aber das ist ein anderes Thema.

Microgeschichte (15: Draußen)

Sie lag gemütlich auf dem Sofa. Genoss es, nackt unter zwei Decken zu liegen. Tee in der Hand, Netflix vor Augen. Er würde sie so gerne spüren. Später, vielleicht. Wenn sie nicht vergaß, die Balkontür zu öffnen. Und er hier draußen mit dem Schuheputzen fertig wäre.

https://twitter.com/InFestenHaenden/status/1448888888139866135


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Microgeschichte (14: Bondage)

Normalerweise hätte er diese Strafe genossen. Bondage erregte ihn seit jeher. Er war gespreizt aufs Bett gefesselt. Unbeweglich. Blind. Mit einem Knebel im Mund. Er wusste nicht, wo sie war. Was sie tat. Aber er wusste, dass gerade jetzt das Pokalfinale angepfiffen wurde

https://twitter.com/InFestenHaenden/status/1448521214872494080


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Microgeschichte (13: Küssen)

Er lief noch einmal durch die Wohnung. Richtete die Vase. Fegte noch ein Staubkorn vom Regal. Gleich würde sie nach Hause kommen. Wie er sich nach ihr sehnte. Sie schloss die Tür auf und lächelte. Er kniete vor ihr und begann sofort das Leder ihrer Schuhe zu küssen. Zuhause.

https://twitter.com/InFestenHaenden/status/1448186521652273159


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